Tagebucheinträge aus der Werkstatt des Musikmechanikers

Die erste Stunde am Morgen hat etwas ganz Besonderes. Die Stille, das Licht, die Gerüche, das sind die ersten Eindrücke, wenn die Werkstatt aufgeschlossen ist und ein erster Rundgang sich den Arbeiten des Vortages zuwendet. Es ist gut, sich dann noch Zeit zu lassen, und diesen ersten Eindrücken Raum zu geben. Einatmen, riechen, ausatmen, schauen, aufmerksam erste Gedanken registrieren, diejenigen, die sich vordrängen, müssen sich noch etwas gedulden.

Seltsame Dinge passieren hier, Apparate entstehen,
klingende Maschinen,
die sich von selbst ihre Musik schaffen, Töne aus Pfeifen, Schläge wie von Glocken oder auf dumpfem Holz, Trommelwirbel und leises Beckenklingen…

Werkzeuge alter und neuerer Art helfen, dies alles herzustellen,
und wo die Hand nicht weiterkommt, hilft Maschinenarbeit, an der Drehbank, der Fräsmaschine, um dem Material zu Form und Bestimmung zu verhelfen, verschiedene Metalle, Hölzer, rund und in Platten, neu beschafft oder aus altem Bestand zu neuem Leben verholfen, davor die Idee, die schnell hingeworfene Skizze,
das Nachdenken über Funktionen und Arbeitsabläufe, stets die zur Verfügung stehenden Mittel berücksichtigend.

Dies alles konzentriert sich irgendwann zur Zeichnung,
Maße entstehen, werden verworfen, korrigiert, an Probestücken getestet und so entsteht nach und nach ein Prototyp, der weiter reifen darf hin zum fertigen Werk. [weiter]